Jahnkemagazin

Das Magazin aus der Birkenstrasse

Kalender

Unser Kalenderprojekt

Fotoband

Hier eine kleine Auswahl:

      Impressum / Rechtliches Seite drucken Karriere Kontakt Home
Home

Nachgefragt: Interview mit Claus Fussek Pflegekritiker und Buchautor

Auszug aus Birkenblatt Nr. 74

 
Herr Fussek, Sie setzen sich seit Jahren für eine menschenwürdige Pflege ein, indem Sie unter anderem die Missstände in deutschen Pflegeeinrichtungen öffentlich aufzeigen und anprangern. Was sind die gröbsten Verfehlungen, die Ihnen immer wieder begegnen?
Es sind Verstöße gegen elementare Rechte, die ich in meiner täglichen Arbeit erlebe: Die Menschen bekommen nicht genug zu essen und zu trinken oder nur über Magensonde und Infusionen, weil das weniger zeitraubend ist. Sie kommen nicht zur Toilette, sondern erhalten Windeln und müssen sich dementsprechend in die Hose machen, sie kommen nicht oder kaum aus dem eigenen Bett und werden nicht angezogen. Mundpflege existiert in vielen Heimen so gut wie gar nicht, Zuwendung findet nicht statt und selbst an einer Minimalkommunikation mangelt es erheblich.
Wer jetzt glaubt, dass ich übertreibe oder fantasiere, den verweise ich gerne auf die Internetseite www.kritische-ereignisse.de, eine Initiative des Kuratorium Deutsche Altershilfe, die gefördert wird durch das Bundesgesundheitsministerium.
Gibt es Ihrer Erfahrung nach Beispiele dafür, dass sich von Ihnen öffentlich kritisierte Einrichtungen die Kritik zu Herzen genommen haben und damit begonnen haben, die Pflegesituation zu verbessern? Oder prallt Ihre Kritik generell ab?
Natürlich gibt es auch in diesem Bereich positive Beispiele, das heißt, ich kenne Einrichtungen, die sich aufgrund geäußerter Kritik wesentlich gebessert haben. Aber ich behaupte, dass ein großer Teil der Pflegebranche überhaupt kein Interesse daran hat, dass sich generell etwas ändert. Das sind hinsichtlich der Pflegeheime vor allem diejenigen, die in der jetzigen Form sehr gut daran verdienen. Es ist schon ein abartiges System, in dem Menschen „ins Bett gepflegt werden“ können, weil es für die Pflegestufe 3 mehr Geld von den Pflegekassen gibt als für die Stufe 2. Und alle wissen es und verdrängen es kollektiv. Mein Eindruck hat sich bei der Teilnahme am „Runden Tisch Pflege“ in Berlin bestätigt. Dort wurde mit verteilten Rollen, die klar ersichtlich waren, das Elend auf höchstem Niveau verwaltet. Die meisten in der Runde waren Funktionäre, die das Spiel nach dem Motto mitgemacht haben „wer überall die Finger drinnen hat, kann keine Faust mehr ballen“. Jeder hat seine Daseinsberechtigung anscheinend dadurch, dass sich nichts verbessert ...

Wenn Sie das Thema interessant finden, können Sie den vollständigen Artikel hier herunterladen.

Nachgefragt: Interview mit Klaus Fussek

noImg
Guetesiegel