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Die neue MDK-Qualitätsprüfung in der Pflege

 

Schon seit Längerem wussten die Entscheidungsträger in den deutschen Pflegeeinrichtungen, dass bei den jährlichen Qualitätsprüfungen in 2019 grundlegende Änderungen anstehen würden. Zu stark war die Kritik an der Darstellung der Pflegequalität in Noten gewesen. Die irreführende Gesamtnote hatte häufig dafür gesorgt, dass Qualitätsmängel der Einrichtungen  für Verbraucher  nicht  erkennbar  waren. So war zum Erreichen einer Note 1,0 lediglich die Erfüllung von Mindeststandards notwendig. Erkennbare und im Pflegequalitätsbericht des MDK benannte Probleme standen in einem eklatanten Missverhältnis zur gesamtdeutschen Durchschnitts-Gesamtnote von 1,2. Kein Wunder also, dass das Vertrauen der Patienten und Angehörigen in die Aussagekraft und die Orientierungshilfe der Pflegenoten stark in Frage gestellt wurde. Das galt sowohl für den stationären als auch für den ambulanten Bereich.

Seit Oktober 2019 werden Pflegeeinrichtungen mit einem neuen Prüfsystem bewertet. Die vielfach kritisierten Pflegenoten werden abgeschafft und darüber hinaus stehen einige Neuerungen an. Genutzt wird das neue System zunächst nur im stationären Sektor, sprich in Alten- und Pflegeheimen. Die Überprüfung der ambulanten Pflegestationen erfolgt nach der wissenschaftlichen Auswertung einer Pilotphase ab 2020. Wir fassen die wichtigsten Änderungen hier zusammen:

Auf Vorschlag zweier Wissenschaftsinstitute wurde ein neues System entwickelt, das aus  einem  internen  Qualitätsmanagement der  Einrichtungen  und  einem  externen Prüfverfahren besteht. Neu ist, dass die Pflegeheime ab November 2019 halbjährlich intern Qualitätsdaten zur Versorgung ihrer Patienten erheben und an die Datenauswertungsstelle (DAS) übermitteln. Dabei wird beispielsweise erfasst, wie viele Personen an einem Dekubitus oder an den Folgen von Stürzen leiden oder ob ein unbeabsichtigter Gewichtsverlust eingetreten ist. Die DAS prüft diese Daten auf statistische Plausibilität und wertet sie aus. Dabei soll beispielsweise auffallen, wenn sich zwei Befunde widersprechen, etwa Mobilität und freiheitseinschränkende Maßnahmen oder dass sich die Indikatoren im Vergleich zu vor einem halben Jahr drastisch verändert haben. Die DAS setzt die Ergebnisse jeder Einrichtung in Bezug zu den Daten aller Heime bundesweit. Die Einrichtung erhält dann einen Bericht mit Hin-weisen zur statistischen Plausibilität der erfassten Daten sowie darüber, ob sie besser oder schlechter als der Durchschnitt ist.

Die Qualität der Versorgung wird weiterhin anhand einer Stichprobe von neun Bewohnern erhoben. Neu ist, dass der MDK im Anschluss bei sechs der neun Bewohner prüft, ob die von der Einrichtung ermittelten Qualitätsindikatoren plausibel  sind, ob das  Gesamtbild vor Ort zu dem passt, was das Heim an die DAS gemeldet hat. Die Pflegedokumentation spielt eine nachgeordnete Rolle. Reine Dokumentationsdefizite werden bei der Qualitätsdarstellung nicht mehr berücksichtigt.

Anstelle von Noten werden die Einrichtungen nach Kategorien bewertet. Dargestellt werden sowohl externe MDK-Qualitätsprüfergebnisse als auch die Ergebnisse der Qualitätsindikatoren, die  die  Heime selbst erheben. Anhand von zehn Bereichen soll dort aufgeführt werden, ob die Qualität der Pflegeleistungen eines Heimes über, unter oder im bundesweiten Durchschnitt liegt. Dies soll in einer fünfstufigen Systematik abgebildet werden –  von „weit über dem Durchschnitt“ über „nahe beim Durchschnitt“ bis „weit unter dem Durchschnitt“.                                             VH

Foto: Esther Haase

Wer sagt denn, dass Pflege und Eleganz nicht zueinander passen? Fragen Sie mal unsere Patientin Frieda Lehmann!